Auto bei Hitze: Die besten Tipps zum Kühlhalten – und warum Elektroautos im Sommer klar im Vorteil sind
Bis zu 37 Grad sagen die Wetterdienste diese Woche für das Tullnerfeld an. Wer schon einmal in ein Auto eingestiegen ist, das eine Stunde in der prallen Sonne gestanden hat, kennt das Problem: Das Lenkrad glüht, die Sitze brennen, und der Kreislauf macht schlapp, bevor der erste Kilometer gefahren ist. Wir zeigen euch, was wirklich hilft und warum E-Auto-Fahrer in diesen Tagen klar im Vorteil sind.
Wie heiß wird ein Auto wirklich? Die Zahlen schocken
Schon bei moderaten 28 Grad Außentemperatur klettert die Innenraumtemperatur laut ADAC-Messungen nach 30 Minuten auf bis zu 53 Grad. Nach einer Stunde knackt das Thermometer die 60-Grad-Marke. Faustregel: Der Innenraum heizt sich um etwa ein Grad pro Minute auf.
Spätestens ab rund 41 Grad Innenraumtemperatur wird es für empfindliche Personen, Kinder und Haustiere kritisch – ein Hitzeschlag droht. Bei 35 oder gar 37 Grad draußen ist diese Schwelle innerhalb weniger Minuten erreicht. Höchste Zeit, sich richtig vorzubereiten.
Schon beim Abstellen entscheidet sich alles
Der wirksamste Tipp ist gleichzeitig der einfachste: gar nicht erst aufheizen lassen.
- Schatten suchen: Tiefgarage, Parkhaus oder Carport schlagen jeden Baum. Wer doch unter einem Baum parkt, sollte den Sonnenstand mitdenken – das Auto wandert nicht mit der Sonne.
- Sonnenschutz außen auf der Windschutzscheibe: Bringt deutlich mehr als die Variante hinter dem Glas. Die ADAC-Tests zeigen: Eine außen angebrachte, reflektierende Matte hält die Hitze ab, bevor sie das Armaturenbrett überhaupt erreicht.
- Auto-Cover: Ein eng anliegendes Cover aus aluminiumbeschichtetem Stoff kann den Innenraum laut ADAC-Messung um bis zu zehn Grad kühler halten.
- Lenkrad nach unten drehen, Wertsachen raus: Smartphones, Powerbanks, Medikamente und gekühlte Einkäufe haben im heißen Auto nichts verloren – im schlimmsten Fall werden Akkus beschädigt oder Wirkstoffe zerstört.
Vor dem Einsteigen: 30 Sekunden, die viel bringen
Wer das Auto schon erhitzt vorfindet, kann mit einem einfachen Trick die gestaute Heißluft loswerden, bevor die Klimaanlage überhaupt anspringt:
Luft hinaus drücken: Öffnet die Fahrertür komplett und schwingt die Beifahrertür ein paar Mal auf und zu. Diese Bewegung drückt die heiße Luft in Sekunden aus dem Innenraum und ersetzt sie durch kühlere Außenluft. Wer's gemütlicher mag: alle Türen für ein bis zwei Minuten weit aufstellen.
Bei Ledersitzen und Lenkrad hilft ein kurzes Abwischen mit einem feuchten Tuch gegen Verbrennungen an der Haut. Und vor dem Losfahren unbedingt trinken. An heißen Tagen sollten bis zu drei Liter Flüssigkeit in den Körper wandern - am besten Wasser, gespritzte Säfte oder (ungezuckerter Eis-)Tee, lieber häufig kleine Mengen als zu viel auf einmal.
Klimaanlage richtig nutzen: Das empfiehlt der ÖAMTC
Der häufigste Fehler: einsteigen, Klima auf 18 Grad, losfahren. Das belastet den Kreislauf und arbeitet ineffizient. So macht ihr es richtig:
- Motor bzw. Antrieb starten, Klimaanlage auf niedrigste Temperatur, Gebläse voll auf – aber zuerst noch mit offenen Fenstern, damit die heiße Luft schnell entweichen kann.
- Nach wenigen Sekunden Fenster zu, Klima läuft weiter.
- Wohlfühltemperatur: Es ist natürlich verlockend, den Innenraum mittels Klimaanlage bis zum Anschlag zu kühlen. Allerdings solltet ihr die Temperatur nicht zu niedrig einstellen, sonst trifft euch beim Aussteigen der Hitzeschock.
- Lasst euch nach Möglichkeit nicht direkt vom Gebläse anblasen - wer empfindlich ist, verkühlt sich schneller als man "Erfrischung" sagen kann. Außerdem leiden Nacken und Kopf.
Der Elektroauto-Trumpf: Vorklimatisierung per App – fast gratis
Und jetzt zum Punkt, an dem E-Fahrer im Hochsommer entspannt zurücklehnen: Fast alle modernen Elektroautos aus dem TAM-Sortiment bringen serienmäßig eine Vorklimatisierungs-Funktion mit. Was früher nur als teure Standheizung aufpreispflichtig in der Oberklasse zu haben war, gibt's beim E-Auto kostenlos dazu – und in der Sommer-Version: als Standkühlung. Wer also gerade über den nächsten Autokauf nachdenkt: Genau in solchen Hitzewellen spielt ein E-Modell seine Komfortvorteile aus.
➡️ Hier geht's zu unseren Autohäusern und Marken: https://tullnerautomeile.at/betriebe
Was nicht hilft: Die häufigsten Hitze-Mythen
Spart euch die Zeit und das Geld für diese Klassiker:
- Fenster einen Spalt offen lassen: Bringt laut ÖAMTC keine nennenswerte Abkühlung – die Luftzirkulation ist zu gering. Außerdem öffnet ihr damit die Tür für Langfinger.
- Sonnenblenden im Auto runterklappen: Marginale Wirkung, nicht der Rede wert.
- Alufolie statt Sonnenschutz: Kann im Extremfall die Scheibe platzen lassen – Finger weg.
Hitze fordert auch das Auto: Reifen und Klimaanlage checken
Nicht nur ihr leidet unter der Hitze, sondern auch euer Fahrzeug:
- Reifendruck steigt mit der Temperatur. Bis zu 0,3 bar über dem Herstellersollwert sind im Sommer noch unproblematisch. Achtung: Aus warmen Reifen niemals Luft ablassen, sonst ist der Druck nach dem Abkühlen zu niedrig – und das ist deutlich gefährlicher als ein leicht erhöhter Wert.
- Reifendruck immer im kalten Zustand messen: Auto mindestens zwei Stunden gestanden oder unter drei Kilometer mit niedrigem Tempo gefahren.
- Klimaservice alle zwei Jahre: Bis zu 15 Prozent Kältemittel entweichen jährlich ganz natürlich über die Schläuche – ohne Nachfüllung sinkt die Kühlleistung spürbar.
- Innenraumfilter: Bei muffigem Geruch oder schwacher Lüftung gehört er getauscht, besonders für Allergiker im Sommer essenziell.
- Sommerreifen Pflicht: Wer im Hochsommer noch auf Winterreifen unterwegs ist, lebt gefährlich – die weiche Gummimischung verschleißt rasend, der Bremsweg verlängert sich deutlich. Mehr dazu ➡️ Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen: Die wichtigsten Unterschiede
Lebensgefahr: Niemals Kinder oder Tiere im heißen Auto
Das ist kein Tipp, das ist ein Gebot: Kinder und Haustiere haben im stehenden Auto bei sommerlichen Temperaturen nichts verloren. Nicht „nur fünf Minuten beim Bäcker", nicht „das Kind schläft eh so schön", nicht einmal mit offenem Fenster.
Bei 30 Grad Außentemperatur ist die kritische 40-Grad-Marke im Innenraum nach Minuten erreicht. Wer ein Kind oder Tier in einem überhitzten Fahrzeug entdeckt: sofort den Notruf wählen. Im Lebensgefahr-Fall ist auch das Einschlagen der Scheibe gerechtfertigt – idealerweise dokumentiert per Foto.
Klimaservice und Sommercheck bei der Tullner Automeile
Wer den Sommer entspannt überstehen will, holt sich am besten einen kurzen Werkstatt-Termin bei einem der TAM-Autohäuser: Klima-Check, Innenraumfilter, Reifendruck und Kühlflüssigkeit sind schnell geprüft und gegebenenfalls aufgefrischt. E-Auto-Fahrer, die ihre Vorklimatisierungs-App noch nicht eingerichtet haben, bekommen das in unseren Werkstätten gleich mit erledigt.
Weitere Ratgeber-Tipps für den Sommer:

