Frühjahrescheck: Das solltet ihr nach dem Winter bei eurem Auto überprüfen lassen
So viel vorneweg: Am besten macht ihr einen Frühjahrescheck bei eurem Autohaus. Dort sind echte Profis am Werk, die wissen, worauf sie achten müssen und Zugriff auf die besten Werkzeuge, Schmierstoffe und Pflegemittel haben, um euer Auto fit zu machen. Wer sich trotzdem lieber selbst um den Frühjahrescheck kümmert, der sollte besonders auf folgende Punkte achten.
1. Reifenwechsel und Reifenkontrolle
Spätestens, wenn die österreichische Winterreifenpflicht am 15. April endet, solltet ihr euch Gedanken um den Räderwechsel machen. Das hat nicht nur terminliche Gründe (Werkstätten sind um diese Zeit besonders ausgelastet), sondern auch ganz praktische: Wer zu lange (also bei warmen Temperaturen) mit Winterreifen fährt, nutzt diese stärker ab und riskiert einen längeren Bremsweg im Ernstfall.
Beim Umstecken auf Sommerreifen solltet ihr auf mehrere Dinge achten:
- Profiltiefe: Mindestens 1,6 Millimeter für Sommerreifen, empfohlen werden 3 Millimeter. Zwar gibt es für das Alter der Reifen keine gesetzlichen Vorgaben. Allerdings werden Reifen mit der Zeit hart und brüchig, was das Fahrverhalten und den Bremsweg negativ beeinflusst.
- Wuchten: Reifen sollten nach jeder Einlagerung neu gewuchtet werden, um optimale Laufeigenschaften sicherzustellen. Unwuchte Reifen erzeugen Vibrationen im Lenkrad, die besonders auf längeren Strecken mühsam werden können.
- Reifendruck: Vergesst nicht, den Reifendruck eurer Sommerreifen vor der Montage (oder spätestens direkt nach dem Umstecken) zu überprüfen. Den korrekten Reifendruck für euer Fahrzeug findet ihr in der Betriebsanleitung, im Türrahmen auf der Fahrerseite oder im Tankdeckel.
- Beschädigungen: Überprüft eure Reifen vor der Montage auf Beschädigungen wie Beulen, Risse oder ungleichmäßige Abnutzung. Ein defekter Reifen kann während dem Fahren kaputt gehen - und das ist sehr gefährlich.
2. Bremsen überprüfen lassen
- Schleifgeräusche oder weiches Bremspedal: Wenn die Bremse hör- und spürbar schleift oder das Bremspedal unter Druck nachgibt, solltet ihr unbedingt eine Werkstatt aufsuchen. Hier kann Gefahr im Verzug sein.
- Bremsscheiben überprüfen: Rillen auf den Bremsscheiben bescheinigen einen hohen Verschleiß - fahrt zur Abklärung in die Werkstätte. Flugrost auf den Bremsscheiben ist per se (noch) kein Problem, sofern er sich nach der ersten Fahrt löst. Andernfalls empfehlen wir euch ebenfalls einen Werkstattbesuch.
- Bremsflüssigkeit: Die Bremsflüssigkeit muss bestimmte Temperaturen aushalten, ohne zu sieden. Lasst diese am besten im Zuge eines Frühjahreschecks überprüfen.
- Speziell für Elektroautos und Hybridfahrzeuge: Da Elektroautos und Hybridfahrzeuge aufgrund ihres regenerativen Bremssystems deutlich seltener mit der mechanischen Bremse verzögern, werden ihre Bremsbeläge und Bremsscheiben weniger beansprucht. Aber: Durch die geringere Beanspruchung bildet sich Flugrost noch schneller. Unser Tipp: Wenn es gefahrlos möglich ist, bremst aus höherer Geschwindigkeit stark, aber gleichmäßig ab, um den Flugrost von den Bremsscheiben zu schleifen.
3. Karosserie und Unterboden: Sichtprüfung kann langfristigen Ärger verhindern
- Gründliche Autowäsche: Spätestens, wenn das Frühlingswetter da ist, solltet ihr euer Auto gründlich waschen - am besten mit Unterbodenwäsche. So werden Schmutz und Salz entfernt. Und ihr habt beste Bedingungen für die:
- Sichtprüfung der Karosserie: Überprüft eure Karossiere nach der Wäsche auf Beschädigungen wie Steinschläge. Solltet ihr Schäden entdecken, empfehlen wir euch, diese umgehend reparieren zu lassen. Denn: Zu langes Warten kann Rostbildung zur Folge haben - und damit eine sehr teure Reparatur.
4. Scheiben und Wischerblätter
- Steinschläge und Risse: Steinschläge sind im Winter wahrlich keine Seltenheit. Mit der Reparatur sollte man jedenfalls nicht zu lange warten: Erschütterungen oder Temperaturschwankungen können jederzeit dazu führen, dass aus einem kleinen Kratzer eine grissene Scheibe wird, die nicht mehr repariert werden kann.
- Wischerblätter checken: Im Winter kommen die Scheibenwischer besonders häufig zum Einsatz. Überprüft und ersetzt sie daher nach dem Winter. Das ist eine kleine Investition in mehr Fahrsicherheit.
5. Wichtige Bauteile überprüfen: Batterie, Beleuchtung, Flüssigkeiten, Filter
- Starterbatterie: Die tiefen Temperaturen im Winter sind eine Qual für eure 12 Volt Batterie. Solltet ihr feststellen, dass euer Auto schlechter anspringt, fahrt in die Werkstatt und lasst eure Batterie überprüfen.
- Beleuchtung: Überprüft eure Beleuchtung auf Steinschläge oder andere Defekte. Besonders anfällig sind die Kennzeichenleuchten bei älteren Autos.
- Flüssigkeiten: Überprüft den Kühlwasserstand, den Stand des Motoröls und den Stand der Bremsflüssigkeit. Wichtig: Ist zu wenig Bremsflüssigkeit im Kreislauf, kontaktiert umgehend eure Werkstätte.
- Filter: Innenraumfilter und Motorluftfilter sollten überprüft werden, um Funktionsbeeinträchtigungen zu vermeiden. Ein verstopfter Motorluftfilter reduziert die Leistung und erhöht den Verbrauch.
Frühjahrs-Check bei der Tullner Automeile
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