Zuletzt aktualisiert: 16.06.2026

Mit dem Auto in den Urlaub: Vignette, Maut und Pflichtausrüstung für eure Reiseziele

Ratgeber
Vignette nicht gekauft, Verbandskasten längst abgelaufen? Wir gehen die beliebtesten Auto-Reiseziele der Österreicher durch – von der oberen Adria bis an die albanische Riviera – und klären für jedes Land Maut und Vignette, Pflichtausrüstung, Spritkosten und die typischen Staupunkte.
Autor: Patrick Aulehla | Bilder: IfeelSlovenia, Art-Redaktionsteam; Markus Haslinger, Oliver Hirtenfelder

Das Auto ist gepackt, die Vorfreude auf das Meer oder den See ist groß – und dann fällt euch kurz vor der Grenze ein, dass ihr keine Vignette habt, der Verbandskasten seit Jahren abgelaufen ist und die Warnweste noch zu Hause in der Garage hängt. Genau diese Kleinigkeiten werden im Ausland schnell teuer.

Damit euch das nicht passiert, gehen wir in diesem Ratgeber die beliebtesten Auto-Reiseziele der Österreicher durch - von der oberen Adria bis zur albanischen Riviera - und klären dabei: Welche Vignette oder Maut braucht ihr und wo bekommt ihr sie? Was muss verpflichtend im Auto sein? Welche Dokumente werden benötigt? Wie viel kostet der Sprit? Und wo stockt es auf der Strecke erfahrungsgemäß? Bevor ihr aus dem Tullnerfeld Richtung Süden startet, beginnen wir mit dem, was für alle Ziele gilt.

Die Basics: Das gehört in jedes Auto – egal, wohin es geht

Ein voller Kofferraum bei der Urlaubsfahrt
Ein voller Kofferraum, aber keine Sicherheitsausrüstung? Das kann in beliebten Urlaubsländern teuer werden. © Oliver Hirtenfelder

In Österreich sind für Pkw drei Dinge vorgeschrieben: Verbandszeug, ein Pannendreieck und eine Warnweste. Wichtig: Die Warnweste ist gesetzlich nur für die Lenkerin oder den Lenker Pflicht – der ÖAMTC empfiehlt aber dringend, für jede Person im Auto eine Weste griffbereit zu haben. Bei einer Panne im Dunkeln steigen die Mitfahrer genauso aus wie ihr.

Faustregel für die Urlaubsfahrt: Rüstet euch nach dem strengsten Land eurer Route aus. Was in Österreich reicht, ist anderswo zu wenig – in manchen Ländern muss die Weste bei einer Panne außerorts von allen getragen werden, andere verlangen zwei Pannendreiecke oder Ersatzlampen. Die Details findet ihr beim jeweiligen Ziel weiter unten. Mit einer Weste pro Sitzplatz, einem stabilen Dreieck und einem vollständigen Verbandskasten seid ihr fast überall auf der sicheren Seite.

Apropos Verbandskasten: Den schaut ihr euch am besten jetzt schon an, nicht erst an der Tankstelle kurz vor der Grenze. Der ÖAMTC rät zu einem vollständigen, frischen Set nach ÖNORM V 5101 – „frisch" deshalb, weil Verbandsmaterial und vor allem die sterilen Kompressen ein Ablaufdatum haben. Prüft also, ob das Material noch gültig ist.

Genauso wichtig wie die Ausrüstung sind die Papiere:

  • Führerschein und Zulassungsschein gehören immer mit.
  • Lichtbildausweis: Für die EU-Ziele (Italien, Slowenien, Kroatien, Ungarn) genügt der Personalausweis. Für Albanien und die Transitländer am Balkan gelten strengere Regeln – dazu im Albanien-Steckbrief mehr.
  • Grüne Versicherungskarte (Internationale Versicherungskarte): Innerhalb der EU ist sie dank Kennzeichenabkommen keine Pflicht mehr, im Schadensfall macht sie die Abwicklung aber deutlich einfacher. Pflicht wird sie, sobald ihr Nicht-EU-Länder wie Montenegro oder Albanien ansteuert. Die Karte bekommt ihr kostenlos bei eurer Kfz-Haftpflichtversicherung. Achtet darauf, dass das Länderkürzel eures Ziels nicht durchgestrichen ist.

Letzter Basics-Tipp: Installiert die Maut- und Vignetten-Apps schon zu Hause und kauft digitale Vignetten ein paar Tage vor der Abfahrt bei offiziellen Anbietern. So erspart ihr euch Roaming-Stress an der Grenze – und bei online gekauften Vignetten kann zwischen Kauf und Gültigkeitsbeginn eine Frist liegen, auf die wir bei den einzelnen Ländern noch eingehen.

Italien: obere Adria (Lignano, Bibione, Caorle, Grado)

Der Klassiker für alle, die schnell ans Meer wollen – die obere Adria ist vom Tullnerfeld aus in einem halben Tag erreichbar.

  • Fahrzeit & Route: Je nach Zielort sind es rund 480 bis 550 Kilometer, also etwa 5 bis 5,5 Stunden reine Fahrzeit ohne Stau. Die direkteste Strecke führt über die Süd Autobahn (A2) Richtung Graz – Klagenfurt – Villach und weiter über den Grenzübergang Tarvis auf die italienische A23 nach Udine, dann auf die A4 Richtung Küste. Alternativ fahrt ihr über Salzburg und die Tauernautobahn (A10) – dort kommt allerdings die Streckenmaut für Tauern- und Katschbergtunnel dazu.
  • Maut: In Italien gibt es keine Vignette. Bezahlt wird streckenabhängig: Bei der Auffahrt zieht ihr an der Mautstation ein Ticket, bei der Ausfahrt zahlt ihr nach gefahrenen Kilometern und Fahrzeugklasse. An den Stationen (den „Caselli") sind die Spuren farblich markiert – weiße und blaue Spuren für Bar- und Kartenzahlung, gelbe „Telepass"-Spuren nur für Fahrzeuge mit elektronischer Mautbox.
  • Pflichtausrüstung & Verkehrsregeln: Pflicht sind Warndreieck und Warnweste. Wer nach einer Panne oder einem Unfall außerorts aussteigt und sich auf der Fahrbahn aufhält, muss die Weste anlegen – und zwar jede Person, nicht nur der Lenker. Habt die Westen also griffbereit, nicht im Kofferraum unter dem Gepäck. Eine italienische Besonderheit: Außerorts und auf der Autobahn müsst ihr auch tagsüber mit Abblendlicht (oder Tagfahrlicht) fahren. Auf der Autobahn gilt Tempo 130, bei Regen 110. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 – für Fahranfänger in den ersten drei Jahren und für Berufsfahrer gilt 0,0. In vielen Städten gibt es außerdem Fahrverbotszonen (ZTL); wenn ihr einen Stadtbummel plant, informiert euch vorher über die Zufahrt.
  • Sprit & Tank-Tipp: Sprit ist in Italien in der Regel etwas teurer als bei uns, an Autobahntankstellen am teuersten. Achtet auf den Unterschied zwischen „servito" (mit Bedienung, teurer) und „self" bzw. „fai da te" (Selbstbedienung, günstiger) – beim Self-Service spart ihr spürbar. Unser Tipp: Tankt in Österreich noch voll, am besten kurz vor der Grenze im Raum Villach. Dann müsst ihr in Italien im besten Fall gar nicht oder nur abseits der Autobahn nachtanken.
  • Typische Staupunkte: An den Reisesamstagen im Hochsommer staut es sich klassischerweise auf der Tauernroute (Katschberg- und Tauerntunnel), wenn ihr über Salzburg fahrt, sowie im Bereich Villach/Tarvis und auf der italienischen A4 an den Mautstellen Richtung Küste. Eine aktuelle Stauprognose fürs jeweilige Wochenende findet ihr beim ÖAMTC.
  • Insidertipp: Die obere Adria liegt nah genug, dass sich die Anreise an einem Vormittag locker ausgeht – aber genau deshalb ist der Samstag dort besonders voll. Brecht ihr schon Freitagabend oder früh am Sonntagmorgen auf, habt ihr die halbe Strecke fast für euch allein.

Slowenien: Küste, Bled – und das Tor nach Kroatien

Šentjane, Strunjan in Slowenien
© IfeelSlovenia

Slowenien ist gleich doppelt interessant: als eigenes Ziel (die Küste rund um Portorož und Piran, der Bleder See, die Julischen Alpen) und als Transitland für alle, die nach Kroatien weiterfahren. Wichtig: Auch wer nur durchfährt, braucht die slowenische Vignette und zahlt den Karawankentunnel extra – dazu gleich mehr.

  • Fahrzeit & Route: Bis Bled sind es vom Tullnerfeld rund 330 Kilometer (etwa 3,5 bis 4 Stunden), bis an die Küste rund 450 Kilometer (gut 4,5 Stunden) – ohne Stau. Die Strecke führt über die Süd Autobahn (A2) Richtung Villach und die A11 durch den Karawankentunnel nach Slowenien, weiter Richtung Ljubljana; für die Küste biegt ihr danach auf die A1 Richtung Koper ab.
  • Maut – Vignette: Slowenien hat eine reine E-Vignette (e-vinjeta), keine Klebevignette mehr. Für die meisten Pkw (Kategorie 2A) kostet sie € 16 für 7 Tage oder € 32 für einen Monat. Achtung bei der Kategorie: Autos mit einer Höhe über der Vorderachse von mehr als 1,3 Metern – etwa große Vans, SUVs oder Transporter – fallen in die teurere Kategorie 2B. Wer die falsche Kategorie kauft, gilt als ohne Vignette unterwegs, und das kostet schnell € 300 und mehr. Kauft die Vignette am besten ein, zwei Tage vorher online direkt bei der DARS (evinjeta.dars.si, auf Deutsch verfügbar), beim ÖAMTC oder im ASFINAG-Mautshop. Finger weg von unbekannten Drittanbieter-Seiten, die für denselben Vorgang hohe Gebühren verlangen. Vordatieren ist bis zu 30 Tage möglich.
  • Maut – Karawankentunnel: Der Karawankentunnel ist nicht in der Vignette enthalten, sondern kostet extra: rund € 8 bis 9 pro Fahrt. Bezahlt wird bar oder mit Karte an der Mautstation; in Richtung Süden (Österreich → Slowenien) könnt ihr die Maut auch vorab online als „Videomaut" begleichen, in Richtung Norden zahlt ihr vor Ort.
  • Pflichtausrüstung & Verkehrsregeln: Pflicht sind Warndreieck und Warnweste; Verbandszeug und ein Ersatzlampenset sind streng genommen nur für in Slowenien zugelassene Autos vorgeschrieben. Auch in Slowenien gilt: Bei einer Panne außerorts müssen alle eine Weste tragen, die aussteigen. Eine wichtige Besonderheit: In Slowenien herrscht ganzjährige Lichtpflicht – ihr müsst also auch am helllichten Tag mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht fahren. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger (Führerschein unter zwei Jahre) und unter 21-Jährige bei 0,0. Alkoholkontrollen sind häufig. Tempolimits: 50 innerorts, 90 außerorts, 110 auf Schnellstraßen, 130 auf der Autobahn.
  • Sprit & Tank-Tipp: In Slowenien tankt ihr in der Regel günstiger als in Italien – ein guter Zwischenstopp, wenn ihr Richtung Adria oder Kroatien unterwegs seid.
  • Typische Staupunkte: Der Karawankentunnel ist der Klassiker – an Sommersamstagen kann sich hier ordentlich Stau bilden. Dazu kommt der Ring um Ljubljana zur Hauptverkehrszeit.
  • Insidertipp: Wenn sich vor dem Karawankentunnel alles staut, gibt es zwei schöne Alternativen über die Berge: den Wurzenpass oder den Loiblpass. Beide sind landschaftlich ein Erlebnis, und ihr umfahrt die Tunnelschlange.

Kroatien: Istrien, Kvarner und Dalmatien

KRoatien
© Art-Redaktionsteam; Markus Haslinger

Für viele Österreicher das Sommerziel schlechthin – und seit dem Schengen- und Euro-Beitritt entspannter erreichbar als früher.

  • Fahrzeit & Route: Istrien und die Kvarner Bucht (Rijeka, Krk) erreicht ihr vom Tullnerfeld in rund 520 bis 560 Kilometern (etwa 5,5 bis 6 Stunden), meist über Slowenien – Karawankentunnel, Ljubljana, dann Richtung Rijeka bzw. über den Učka-Tunnel nach Istrien. Dalmatien liegt deutlich weiter: bis Zadar rund 700, bis Split rund 830 Kilometer (7 bis 8 Stunden), über Ljubljana und Zagreb auf die kroatische A1 Richtung Süden.
  • Maut: Kroatien hat keine Vignette. Bezahlt wird noch klassisch streckenabhängig: Bei der Auffahrt zieht ihr ein Ticket, bei der Ausfahrt zahlt ihr nach gefahrenen Kilometern, bar oder mit Karte. Als Richtwert rechnet mit rund € 8 pro 100 Autobahnkilometer. Der Učka-Tunnel nach Istrien kostet extra, Schnellstraßen sind gratis. Wichtig für die Planung: Kroatien stellt gerade um. Nach der Sommersaison 2026 verschwinden die Mautstationen schrittweise, ab 1. März 2027 läuft das digitale Free-Flow-System „Crolibertas" im Vollbetrieb – dann fahrt ihr ohne Anhalten durch, und die Maut wird per Kennzeichen oder Mautbox abgerechnet.
  • Grenze & Währung: Seit dem Schengen- und Euro-Beitritt 2023 zahlt ihr in Kroatien mit Euro, und an den Grenzen zu Slowenien und Ungarn gibt es keine systematischen Kontrollen mehr – ihr fahrt durch wie im Inland. Nur an den Grenzen zu Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Montenegro wird weiterhin kontrolliert, dort also Pass bereithalten.
  • Pflichtausrüstung & Verkehrsregeln: Pflicht sind Verbandszeug, Warndreieck, Warnweste und ein Ersatzlampenset (Letzteres entfällt bei LED- oder Xenon-Scheinwerfern, die ihr ohnehin nicht am Straßenrand tauscht). Mit Anhänger braucht ihr zwei Warndreiecke. Wie überall gilt: Bei Panne oder Unfall außerorts müssen alle, die aussteigen, eine Warnweste tragen – also eine pro Insasse einpacken. Fehlende Ausrüstung kostet bei einer Kontrolle rund € 65 pro Teil. Die Promillegrenze liegt bei 0,5; für junge Lenker (bis 24 Jahre), Berufsfahrer und Fahrzeuge über 3,5 t gilt 0,0. Achtung: Für unter 24-Jährige gelten außerdem reduzierte Tempolimits (80 außerorts, 100 auf Schnellstraßen, 120 auf der Autobahn) – sonst gilt 50/90/110/130. Im Winterhalbjahr herrscht tagsüber Lichtpflicht.
  • Sprit & Tank-Tipp: In Kroatien tankt ihr in der Regel günstiger als bei uns. Wer bis in den tiefen Süden Dalmatiens fährt, kann in Grenznähe zu Bosnien-Herzegowina (etwa im Neum-Korridor) noch einmal spürbar billiger tanken.
  • Typische Staupunkte: Neben dem Karawankentunnel auf der Anreise sind es vor allem die Mautstationen – allen voran rund um Zagreb (Lučko) und auf der A1 Richtung Dalmatien (Sveti Rok, Maslenica) – sowie der Učka-Tunnel nach Istrien. Genau diese Engpässe sollen mit dem neuen Free-Flow-System ab 2027 verschwinden.
  • Insidertipp: Legt die Durchfahrt durch die Mautstationen nicht ausgerechnet auf den Reisesamstag-Vormittag. Und für Dalmatien-Fahrer: Seit der Pelješac-Brücke (2022) lässt sich der kurze Bosnien-Abschnitt bei Neum umfahren – ihr spart euch die Grenzkontrolle. Die Route durch Neum ist allerdings kürzer, und die Restaurants dort sind günstiger.

Ungarn: Balaton (Plattensee) & Co.

Für den Osten Niederösterreichs ist Ungarn oft die kürzeste Auslandsfahrt – der Balaton ist quasi das Meer der Region und ideal für ein langes Wochenende.

  • Fahrzeit & Route: Vom Tullnerfeld an den Balaton (etwa Siófok oder Balatonfüred) sind es rund 330 bis 370 Kilometer, also etwa 3,5 bis 4 Stunden. Die Strecke führt über die Ost Autobahn (A4) zum Grenzübergang Nickelsdorf, dann auf der ungarischen M1 Richtung Győr und weiter auf die M7 zum See. Tipp: Viele Balaton-Orte erreicht ihr theoretisch auch über mautfreie Landstraßen – das dauert aber spürbar länger.
  • Maut – Vignette: Ungarn hat eine reine E-Vignette (e-matrica), kein Pickerl zum Kleben – das Kennzeichen wird elektronisch registriert. Für normale Pkw (Kategorie D1, bis 3,5 t und maximal 7 Sitzplätze) kostet sie 2026 rund € 18 für 10 Tage oder € 29 für einen Monat. Größere Fahrzeuge mit mehr als sieben Sitzen, Kleinbusse oder schwere Wohnmobile fallen in die teurere Kategorie D2. Kauft die Vignette nur über das offizielle Portal (E-Matrica), beim ÖAMTC, im ASFINAG-Shop oder an den Raststationen kurz vor der Grenze (z. B. Nickelsdorf). Drittanbieter verlangen oft Aufschläge. Ganz wichtig: Die Vignette muss gelten, bevor ihr auffahrt. Schon das erste Stück der M1 ab der Grenze ist gebührenpflichtig, und kontrolliert wird per Kamera – ohne gültige Vignette wird es teuer.
  • Grenze: Nickelsdorf ist eine Schengen-Binnengrenze, in der Regel also ohne Kontrollen.
  • Pflichtausrüstung & Verkehrsregeln: Pflicht sind Warndreieck und Verbandszeug; eine Warnweste muss griffbereit sein (nicht im Kofferraum) und bei einer Panne außerorts von allen getragen werden, die aussteigen. Die wichtigste Regel: In Ungarn gilt 0,0 Promille – Alkohol am Steuer ist absolut tabu, schon das Achterl beim Mittagessen ist zu viel. Verstöße sind teuer (bis rund € 340, bei höheren Werten ab € 1.000). Außerdem gilt außerorts und auf der Autobahn ganzjährige Lichtpflicht am Tag (Abblendlicht oder Tagfahrlicht). Tempolimits: 50 innerorts, 90 außerorts, 110 auf Schnellstraßen, 130 auf der Autobahn.
  • Sprit & Tank-Tipp: In Ungarn tankt ihr meist etwas günstiger als bei uns – ein Voll-Tanken vor der Rückfahrt kann sich lohnen. Tagesaktuelle Preise vorab im ÖAMTC-Spritpreisrechner checken. (Stand: Juni 2026.)
  • Typische Staupunkte: Die M1 (Wien–Budapest) wird derzeit abschnittsweise saniert – rechnet mit Baustellen. Dazu staut sich die M7 zum Balaton an Sommerfreitagen Richtung See und sonntags retour, ebenso der Budapester Ring (M0).
  • Insidertipp: Kauft die e-matrica schon zu Hause online und prüft Kennzeichen und Gültigkeitsbeginn genau – dann fahrt ihr an der Grenze entspannt durch. Und nehmt die 0,0-Grenze wirklich ernst: Die ungarische Polizei kontrolliert streng, „nur ein Bier" gibt es hier nicht.

Albanien: die albanische Riviera (Saranda, Ksamil) – das Add-on für Abenteuerlustige

Albanien boomt – und ist mit Abstand das anspruchsvollste Ziel in dieser Liste. Es ist kein Wochenend-Trip: Plant die Anreise als Teil des Urlaubs, mit Übernachtungen unterwegs oder per Fähre.

  • Anreise – zwei Wege: Auf dem Landweg fahrt ihr über Slowenien, Kroatien und Montenegro bis an die albanische Grenze – die Adria-/Balkanroute über Dubrovnik und die Bucht von Kotor. Vom Tullnerfeld sind das je nach Ziel rund 1.300 bis 1.500 Kilometer, also realistisch zwei Reisetage mit Zwischenstopp. Die entspanntere Alternative ist die Fähre ab Italien: Ihr fahrt bis in einen italienischen Adriahafen (meist Bari, täglich, oder Ancona) und nehmt das Schiff nach Durrës – die Strecke Bari–Durrës fährt in der Regel über Nacht (rund 8 Stunden). Das spart die Balkan-Grenzen und verkürzt die reine Fahrerei.
  • Dokumente & Versicherung: Für die Einreise reicht EU-Bürgern der Personalausweis (Reisepass empfohlen), gültig noch mindestens drei Monate; für einen Urlaub bis 90 Tage braucht ihr kein Visum. Wichtig: Sobald ihr Nicht-EU-Länder wie Montenegro und Albanien befahrt, ist die grüne Versicherungskarte Pflicht. Prüft, dass die Länderkürzel MNE und AL nicht durchgestrichen sind – deckt eure Versicherung ein Land nicht ab, müsst ihr an der Grenze eine Grenzversicherung abschließen. Und ein gern übersehener Punkt: Die österreichische Pickerl-Überziehungsfrist (§ 57a) gilt im Ausland nicht – fahrt also nie mit abgelaufenem Pickerl los.
  • Maut – Transit & Albanien: Auf der Anreise zahlt ihr die Mauten der Durchreiseländer: in Slowenien Vignette plus Karawankentunnel, in Kroatien die Streckenmaut, in Montenegro den Sozina-Tunnel (bar oder Karte; sonst hat Montenegro keine Vignette). In Albanien selbst sind nur einzelne Strecken mautpflichtig – vor allem der Kalimash-Tunnel auf der A1 (rund € 5 für Pkw) und ein neuer Abschnitt bei Tirana; ansonsten gibt es weder Vignette noch flächendeckende Maut.
  • Autofahren in Albanien: Hier ist Umsicht gefragt. Die Hauptstraßen sind asphaltiert und meist gut, abseits davon müsst ihr mit tiefen Schlaglöchern, schlecht gesicherten Baustellen und unbeleuchteten Fahrzeugen oder Fuhrwerken rechnen. Der Fahrstil ist oft kreativer als bei uns. Pflicht im Auto sind Warndreieck und Verbandskasten; eine Warnweste solltet ihr unbedingt dabeihaben, zu eurer eigenen Sicherheit. Auch tagsüber gilt Lichtpflicht. Bei Alkohol versteht Albanien keinen Spaß – die Grenze liegt praktisch bei null (offiziell 0,1 Promille), und die Polizei kontrolliert häufig. Außerdem: Jeden Unfall der Polizei melden – Fahrzeuge mit sichtbarem Karosserieschaden dürfen das Land nur mit polizeilicher Schadensbestätigung wieder verlassen.
  • Sprit & Tank-Tipp: Tankstellen gibt es an den Hauptrouten und in den Städten genug; vor abgelegenen Bergstrecken tankt ihr aber lieber rechtzeitig voll und bevorzugt die großen Stationen.
  • Insidertipp: Macht die lange Anreise zum Teil des Urlaubs – ein bis zwei Nächte an der kroatischen oder montenegrinischen Küste (etwa in der Bucht von Kotor) verwandeln den Transit in ein Erlebnis. Und an den Nicht-EU-Grenzen Geduld einplanen: Im Hochsommer kann es dort dauern.

Ihr fahrt elektrisch? Das gilt fürs Laden unterwegs

Bis hierher ging es ums Tanken – für E-Autos gelten unterwegs aber eigene Spielregeln: Ladestopps und Reichweite richtig planen, Ladekarten und Roaming im Ausland, Ladekosten je Land und die Frage, wo entlang eurer Route überhaupt geladen werden kann. Das alles haben wir in einem eigenen Beitrag für euch zusammengefasst.

➡️ Mit dem E-Auto in den Sommerurlaub: Laden im Ausland, Reichweite & Routenplanung

Die Checkliste für vor der Abfahrt

Damit nichts vergessen wird, hier alles zum Abhaken:

Dokumente

  • Führerschein und Zulassungsschein
  • Personalausweis oder Reisepass (für Albanien und Nicht-EU-Länder Reisepass empfohlen)
  • Grüne Versicherungskarte (ab Montenegro/Albanien Pflicht, sonst empfohlen – Länderkürzel nicht durchgestrichen?)

Maut & Vignette

  • Vignette für Slowenien und Ungarn vorab online oder per App gekauft (richtige Kategorie, Kennzeichen und Startdatum geprüft)
  • Bargeld und Karte für die Streckenmaut in Italien, Kroatien und Montenegro
  • Maut-Apps schon zu Hause installiert

Ausrüstung

  • Warndreieck und Verbandskasten (nach ÖNORM, nicht abgelaufen)
  • Eine Warnweste pro Sitzplatz – griffbereit, nicht im Kofferraum
  • Bei älteren Fahrzeugen: Ersatzlampenset

Auto-Check vor der langen Fahrt

  • Reifen: Profil und Luftdruck, auch Reserverad bzw. Pannenset
  • Bremsen, Öl- und Kühlflüssigkeitsstand
  • Klimaanlage (im Sommer Gold wert), Batterie, Scheibenwischer und Wischwasser
  • Beleuchtung rundum

Gut vorbereitet in den Urlaub starten

Eine lange Urlaubsfahrt ist die Belastungsprobe schlechthin fürs Auto – volle Beladung, Hitze, hunderte Kilometer am Stück. Bevor ihr die Strecke unter die Räder nehmt, lohnt sich ein kurzer Reise-Check: Reifen, Bremsen, Flüssigkeitsstände, Klimaanlage und Batterie durchschauen lassen, dann startet ihr entspannt.

Genau dafür seid ihr bei der Tullner Automeile richtig: Acht Betriebe mit über 20 Marken findet ihr an einem Ort in Tulln – egal, welches Auto ihr fahrt, der passende Service und das passende Team sind da. Schaut vor eurem Urlaub vorbei, dann habt ihr ein gutes Gefühl für die Reise. Wir wünschen euch eine gute Fahrt und einen erholsamen Urlaub.