20.05.2026

THG-Prämie 2026: Jedes Jahr Geld für euer Elektroauto - so funktioniert's

Ratgeber
Wer in Österreich ein vollelektrisches Auto fährt, kann sich jedes Jahr eine staatlich geregelte Prämie holen. Aktuell sind das zwischen rund 110 und 125 Euro - tun müsst ihr dafür kaum etwas. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht. Wir erklären, was hinter der THG-Prämie steckt und wie ihr zu eurem Geld kommt.
Autor: Patrick Aulehla | Bilder: Oliver Hirtenfelder
Ein Audi A6 e-tron Sportback vor einem Baum

Was ist die THG-Prämie überhaupt?

Die Abkürzung THG steht für Treibhausgas. Die THG-Prämie – manchmal auch ePrämie, eQuote oder THG-Quote genannt – ist eine jährliche Zahlung, die Halter von Elektroautos in Österreich seit 2023 bekommen können. Rechtsgrundlage ist die Kraftstoffverordnung (KVO), die im März 2023 entsprechend angepasst wurde.

Das Besondere daran: Es ist keine Förderung im klassischen Sinn. Das Geld kommt nicht vom Staat aus Steuermitteln, sondern – und jetzt wird's spannend – von den Mineralölkonzernen. Warum diese für Elektroautos bezahlen? Weil sie gesetzlich dazu verpflichtet sind.

Warum gibt es die Prämie? Das System dahinter

Hier liegt der eigentliche Clou. Mineralölfirmen, die in Österreich Diesel oder Benzin verkaufen, müssen ihre CO₂-Emissionen schrittweise senken. Aktuell um acht Prozent im Vergleich zu einem festgelegten Referenzwert. Bis 2030 steigt die Quote auf 13 Prozent. Erreichen Unternehmen diese Ziele nicht, drohen Strafzahlungen. Sie haben aber eine Alternative: Sie können CO₂-Einsparungen von anderen "kaufen". Und genau da kommt ihr und euer Elektroauto ins Spiel.

Denn jedes E-Auto, das in Österreich fährt, ersetzt einen Verbrenner und spart damit Treibhausgase ein. Diese Einsparung wird vom Umweltbundesamt zertifiziert und kann verkauft werden. Genau an jene Mineralölkonzerne, die sonst Strafzahlungen leisten müssten.

Das Ergebnis: Wer fossile Kraftstoffe in den Verkehr bringt, finanziert mit dieser Prämie indirekt jene, die schon emissionsfrei unterwegs sind. Ein Umlagesystem zugunsten der Elektromobilität.

Wer bekommt die Prämie?

Anspruch habt ihr, wenn:

  • euer Fahrzeug rein elektrisch fährt (Plug-in-Hybride sind grundsätzlich ausgeschlossen, dazu gleich mehr)
  • es mehrspurig ist (also Auto, Transporter, Lkw)
  • es in Österreich zugelassen ist
  • ihr selbst als Halter im Zulassungsschein steht

Bei unterjährigem Kauf oder Verkauf hängt der Anspruch vom Zulassungszeitraum und vom jeweiligen Anbieter ab.

Sonderfall Plug-in-Hybrid: Anspruch besteht theoretisch, aber nur mit einem geeichten (MID-konformen) Stromzähler an der heimischen Wallbox und exaktem Nachweis der geladenen Strommenge. In der Praxis wird das selten umgesetzt.

Warum schwanken die Preise für die THG-Prämie?

Jetzt zu einer Frage, die oft ungeklärt bleibt: Warum bekommt ihr bei einem Anbieter im Jahr 2026 110 Euro, beim nächsten 122 Euro und beim dritten 125 Euro? Und warum war es letztes Jahr noch weniger? Die Antwort liegt in der Funktionsweise des Quotenmarktes. Drei Faktoren bestimmen den Preis:

  1. Angebot und Nachfrage am CO₂-Markt: Je mehr E-Autos in Österreich zugelassen sind, desto mehr Einsparungs-Zertifikate kommen auf den Markt. Gleichzeitig steigt aber die Pflicht der Mineralölkonzerne von Jahr zu Jahr – sie müssen also mehr einkaufen. Wenn Nachfrage und Angebot in Bewegung sind, ändert sich der Preis. Aktuell ziehen die Preise wieder leicht an.
  2. Alternative Wege für Mineralölfirmen: Konzerne können ihre Verpflichtung auch mit Biokraftstoffen oder synthetischen Kraftstoffen erfüllen. Werden die teurer, steigt der Wert eures Ladestroms. Werden sie billiger, sinkt er.
  3. Die Anbieter und ihre Marge: Ihr selbst könnt eure Quote nicht direkt verkaufen. Das Umweltbundesamt zertifiziert nämlich erst ab 100.000 kWh, das sind rund 70 Fahrzeuge. Deshalb braucht es Vermittler, die viele E-Autos bündeln. Diese Anbieter (carbonify, Elektrovorteil, ePuls, Salzburg AG und andere) verlangen für ihre Arbeit eine Marge. Manche zahlen euch dafür sofort aus (Express-Variante, etwas weniger Geld), andere warten auf die offizielle Zertifizierung (regulär, etwas mehr Geld).

Wichtig zu wissen: Die Preise sind dadurch immer eine Momentaufnahme. Werbeversprechen wie "bis zu 670 Euro" oder "maximal mögliche Prämie" sind mit Vorsicht zu genießen. Realistisch sind aktuell rund 110 bis 125 Euro Fixprämie pro Kalenderjahr.

Wie viel Geld ist 2026 konkret drin?

Die Berechnungsbasis ist eine pauschale Lademenge von 1.500 kWh pro Jahr. Das setzt der Gesetzgeber laut Kraftstoffverordnung als Standard an – egal, ob ihr 5.000 oder 20.000 Kilometer fahrt. Wer deutlich mehr lädt (Richtwert: über 10.000 kWh/Jahr) und eine Wallbox mit geeichtem Zähler hat, kann bei manchen Anbietern auch nach tatsächlicher Lademenge abrechnen. Für die meisten privaten Halter reicht aber die einfache Pauschale völlig.

So beantragt ihr die Prämie

Ihr braucht im Grunde nur drei Dinge:

  1. Ein vollelektrisches Auto, auf euch zugelassen
  2. Ein Foto bzw. einen Scan eures Zulassungsscheins
  3. Einen Anbieter eurer Wahl (z.B. Instadrive, Wien Energie, ÖAMTC etc.)

Beim Anbieter registriert ihr euch online, ladet den Zulassungsschein hoch, wählt Express- oder reguläre Auszahlung und bekommt das Geld auf euer Konto. Die Anbieter erledigen die komplette Abwicklung mit dem Umweltbundesamt. Die Fristen für die Beantragung könnt ihr beim jeweiligen Anbieter erfragen. Ein Tipp: Ein Vergleich der Höhe der THG-Prämie bei unterschiedlichen Anbietern kann sich auszahlen, da die Prämien eben variieren.

Wichtig: Die Prämie muss jedes Jahr neu beantragt werden.

Was ihr noch wissen solltet

Die THG-Prämie könnt ihr zusätzlich zu anderen Förderungen für euer E-Auto beantragen. Und für alle, die jetzt mit dem Gedanken spielen, von einem Verbrenner auf ein E-Auto umzusteigen: Bei den Tullner Automeile-Händlern findet ihr aktuell die größte Auswahl an Elektroautos in der Region – von kompakten Stadtflitzern über Familien-SUVs bis zu Premium-Modellen. Probesitzen, Probefahren, alle Fragen rund um Förderung, Wallbox und eben auch die THG-Prämie könnt ihr direkt vor Ort klären.