Zuletzt aktualisiert: 02.06.2026

Was kostet ein Elektroauto im Monat? Strom, Wartung & Anschaffung

Elektromobilität
Ratgeber
E-Auto oder Verbrenner: Was kommt günstiger? In der Anschaffung ist das rein elektrische Auto oft noch teurer, im Betrieb dreht sich das Blatt. Wir rechnen für euch durch, was Laden, Wartung und Steuern 2026 wirklich kosten und wann sich der Umstieg lohnt.
Autor: Patrick Aulehla | Bilder: Oliver Hirtenfelder
Ein Renault R4 E-Tech electric auf einem Parkplatz

Und wieder einmal geht's ums Geld: Ist ein Elektroauto teurer als ein Verbrenner? Pauschal beantwortet: In der Anschaffung oft ja, im laufenden Betrieb meist nein. Wer die Gesamtkosten über die ganze Haltedauer betrachtet (Total Cost of Ownership, kurz TCO), für den kann elektrisch fahren in Summe günstiger sein. Wir rechnen die wichtigsten Posten für euch durch.

➡️ Tipp: Wie eine vollständige TCO-Betrachtung funktioniert, erklären wir ausführlich hier: Was kostet ein Auto wirklich? Total Cost of Ownership einfach erklärt

Anschaffung: höherer Kaufpreis, aber NoVA-Vorteil

Elektroautos sind in der Anschaffung meist noch teurer als vergleichbare Verbrenner. Die früheren staatlichen Kaufprämien gibt es nicht mehr – die E-Auto-Kaufförderung für Private ist ausgelaufen.

Ein finanzieller Vorteil bleibt aber bestehen: Reine Elektroautos (0 g/km CO₂) sind vollständig von der Normverbrauchsabgabe (NoVA) befreit. Diese fällt bei Verbrennern an und kann gerade bei stärker motorisierten, gut ausgestatteten Fahrzeugen einen erheblichen Teil des Kaufpreises ausmachen, da sie auch auf Ausstattungsoptionen berechnet wird.

➡️ Was es 2026 sonst noch an Vorteilen gibt, lest ihr hier: E-Auto-Förderung in Österreich 2026: Was es noch gibt

Erhaltungskosten: Zuhause laden ist am günstigsten

Die entscheidende Frage: Ist elektrisch fahren günstiger? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wo ihr ladet. Zuhause ladet ihr für rund € 6 pro 100 km – mit eigener PV-Anlage und Pufferspeicher quasi kostenlos (natürlich nur, wenn man die Anschaffungskosten für die PV-Anlage ausklammert). Zuhause laden ist damit etwa halb so teuer wie das Tanken eines vergleichbaren Benziners kostet (rund € 12,70 pro 100 km). An der öffentlichen Ladesäule wird's je nach Anbieter und Ladetempo mit € 8 bis € 18 pro 100 km deutlich teurer. Die Faustregel bleibt: Wer überwiegend zuhause lädt und öffentliche Lader nur auf längeren Fahrten nutzt, spart unterm Strich klar.

➡️ Was Laden zuhause und unterwegs 2026 genau kostet, rechnen wir hier im Detail durch: Was kostet es, ein E-Auto zu laden? Ladekosten zuhause und unterwegs

Laufende Steuern und Abgaben

Hier hat sich etwas Wichtiges geändert: Lange waren E-Autos komplett von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Seit 1. April 2025 werden auch Elektrofahrzeuge in diese Steuer einbezogen. Der frühere Vorteil „gar keine motorbezogene Steuer" gilt also nicht mehr. E-Autos bleiben bei den laufenden Abgaben dennoch oft günstiger als vergleichbare Verbrenner, der Abstand ist aber kleiner geworden.

Servicekosten: weniger Wartung beim Stromer

Weil ein Elektroauto mit deutlich weniger beweglichen Komponenten auskommt als ein Verbrenner, fallen Wartung und Service in der Regel günstiger aus. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, weniger Verschleißteile. Realistisch sind je nach Modell rund 15 bis 30 % geringere Servicekosten.

Auch die Bremsen halten länger: Der Elektromotor bremst einen Großteil der Zeit über Rekuperation (Rückgewinnung von Bewegungsenergie), sodass die klassischen Bremsen seltener zum Einsatz kommen.

➡️ Wie Rekuperation genau funktioniert, erklären wir hier: Was bedeutet Rekuperation?

Fazit: Für wen rechnet sich das E-Auto?

Das Elektroauto spielt seine Kostenvorteile vor allem dann aus, wenn ihr regelmäßig zuhause laden könnt – idealerweise mit eigenem PV-Strom. Wer dagegen überwiegend auf teures öffentliches Schnellladen angewiesen ist, verliert einen großen Teil des Spar-Effekts. Höhere Anschaffung, dafür günstigerer Betrieb und weniger Wartung: Ob die Rechnung für euch aufgeht, hängt stark von eurem Fahrprofil und eurer Lademöglichkeit ab.

Am besten rechnen wir das gemeinsam für euer konkretes Fahrprofil durch. In der Tullner Automeile findet ihr 20 Automarken an einem Ort – von sparsamen Verbrennern über Hybride bis zum Elektroauto.