Zuletzt aktualisiert: 02.06.2026

Was kostet es, ein E-Auto zu laden? Ladekosten zuhause und unterwegs

Ratgeber
Zuhause an der Wallbox oder unterwegs am Schnelllader – beim E-Auto entscheidet vor allem der Ladeort über den Preis. Wir rechnen euch durch, was eine Ladung 2026 in Österreich wirklich kostet: zuhause, mit PV-Strom und an der öffentlichen Säule. Plus: die besten Tipps, wie ihr beim Laden bares Geld spart.
Autor: Patrick Aulehla | Bilder: Smatrics
Ein E-Auto-Fahrer ladet sein Elektroauto an einer Ladestation von Smatrics

Es ist eine der häufigsten Fragen rund ums Elektroauto – und eine der wichtigsten, wenn ihr über den Umstieg nachdenkt: Wie viel kostet es, ein Elektroauto zu laden? Die ehrliche Antwort gleich vorweg: Es kommt vor allem darauf an, wo ihr ladet. Zuhause an der eigenen Steckdose oder Wallbox ist der Strom deutlich günstiger als an der öffentlichen Schnellladesäule unterwegs. Wir rechnen euch durch, was eine Ladung 2026 in Österreich wirklich kostet – in der heimischen Garage, an der öffentlichen Ladestation in der Stadt und am Schnelllader an der Autobahn.

Die kurze Antwort: So viel kostet eine Ladung

Wer es eilig hat, hier die Hausnummer für ein typisches E-Auto mit rund 20 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer:

  • Zuhause laden: rund € 6 pro 100 km
  • Öffentlich laden: je nach Ladesäule rund € 8 bis € 18 pro 100 km

Zum Vergleich: Ein Benziner mit etwa 7 Litern Verbrauch kommt aktuell auf rund € 12,70 pro 100 km. Heißt: Wer zuhause lädt, fährt nur etwa halb so teuer wie mit Sprit – wer ausschließlich auf teure Schnelllader angewiesen ist, spart dagegen kaum noch etwas.

Warum die Spanne so groß ist und wie ihr auf euren persönlichen Preis kommt, schauen wir uns jetzt Schritt für Schritt an.

Wovon hängen die Ladekosten ab?

Der Ladepreis setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Drei Hebel entscheiden darüber, was ihr am Ende zahlt:

  1. Der Verbrauch (kWh pro 100 km). Wie viel Strom euer Auto zieht, hängt von Modell, Fahrweise und Jahreszeit ab. Ein kompaktes Elektroauto kommt mit rund 15 kWh aus, ein großes Elektro-SUV kann auch über 25 kWh verbrauchen. Als realistischen Durchschnitt rechnen wir mit rund 20 kWh auf 100 km.
  2. Der Strompreis (Cent pro kWh). Das ist der größte Hebel – und genau hier liegt der Unterschied zwischen „spottbillig" und „teurer als Tanken". Haushaltsstrom kostet aktuell im Schnitt rund 29 Cent pro kWh, an der öffentlichen Schnellladesäule sind es im Regelfall 40 bis 90 Cent – also mehr als das Doppelte.
  3. Der Ladeort. Daraus ergibt sich der dritte Punkt: Wo ihr ladet – heimische Wallbox, Steckdose, Lader beim Arbeitgeber oder öffentliche Säule – bestimmt, welcher Strompreis überhaupt zur Anwendung kommt.

Die Faustformel dahinter ist simpel: Verbrauch (kWh/100 km) × Strompreis (€/kWh) = Kosten pro 100 km

Beispiel zuhause: 20 kWh × € 0,29 = € 5,80 pro 100 km. Mit dieser Formel könnt ihr euren eigenen Preis jederzeit selbst überschlagen – egal, welches Modell und welcher Stromtarif. Wichtig: Für realistische Berechnungen solltet ihr echte Verbrauchswerte verwenden, nicht die WLTP-Werte aus der Preisliste. 

Zuhause laden: die günstigste Variante

Wenn ihr die Möglichkeit habt, zuhause zu laden, habt ihr beim Thema Kosten praktisch schon gewonnen. Mit dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 29 Cent pro kWh (Stand 2026, inkl. Netz und Steuern) landet ihr bei den genannten € 5,80 pro 100 km.

Ein kleiner Aufschlag kommt noch dazu: Beim Laden geht ein Teil der Energie als Ladeverlust verloren – der ADAC misst je nach Wallbox rund 6 bis 10 Prozent. Realistisch landet ihr damit bei etwa € 6,30 pro 100 km. Trotzdem immer noch nur rund die Hälfte dessen, was ein vergleichbarer Benziner an Sprit verschlingt.

Noch günstiger mit eigener PV-Anlage

Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, kann den Sonnenstrom direkt ins Auto laden. Da dieser Strom deutlich weniger kostet als Netzstrom, sinken die Ladekosten nochmals spürbar – im Idealfall ladet ihr tagsüber fast zum Nulltarif. Gerade fürs Tullnerfeld mit vielen Eigenheimen ist das ein echter Hebel.

➡️ Welche Lademöglichkeit zuhause zu euch passt, lest ihr hier: Wallbox, Haushaltssteckdose oder Schnellladen: Das solltet ihr beachten

Unterwegs laden: was kostet die öffentliche Ladesäule?

Unterwegs sieht die Rechnung anders aus. An öffentlichen Ladern zahlt ihr deutlich mehr als zuhause. Dort fallen überschlagsmäßig etwa folgende Kosten an:

  • AC-Laden: ca. 40 bis 55 Cent/kWh → € 8 bis € 11 pro 100 km
  • DC-Schnellladen: ca. 55 bis 70 Cent/kWh → € 11 bis € 15 pro 100 km
  • HPC-Laden (ab 80 kW): bis zu 90 Cent/kWh → € 18 pro 100 km

Damit ist öffentliches Laden kaum günstiger als Tanken – teils sogar teurer. Für viele ist das Laden unterwegs aber eine Ausnahme - beispielsweise bei der Fahrt in den Urlaub.

Was kostet eine kWh an der Ladesäule?

Die kurze Antwort: In Österreich liegt der Preis je nach Anbieter und Ladegeschwindigkeit aktuell grob zwischen 40 Cent (AC) und 90 Cent (Ultraschnellladen) pro kWh. Wer flexibel ist, fährt mit langsamerem AC-Laden günstiger; die schnellen HPC-Lader an der Autobahn sind am teuersten. Übrigens: Die E-Control betreibt einen kostenlosen Ladetarif-Rechner, mit dem ihr den günstigsten Anbieter für euer Ladeverhalten findet.

Eine Hypercharger Ladestation von Smatrics
Hier zu sehen: ein Hypercharger von Smatrics. Diese bieten sehr hohe Ladeleistungen (teilweise über 300 kW), sind aber auch am teuersten.

Rechenbeispiel: eine volle Ladung und ein ganzer Monat

Machen wir es konkret. Nehmen wir ein E-Auto mit einem 60-kWh-Akku und unsere 20 kWh/100 km:

  • Eine volle Ladung zuhause: 60 kWh × € 0,29 = rund € 17
  • Dieselbe Ladung an der DC-Säule: 60 kWh × € 0,65 = rund € 39

Und über einen ganzen Monat gerechnet, bei typischen 1.000 km (= 200 kWh):

  • Komplett zuhause: rund € 58 pro Monat (mit Ladeverlusten ca. € 63)
  • Komplett an der DC-Säule: rund € 130 pro Monat
  • Realistischer Mix (80 % zuhause, 20 % unterwegs): rund € 72 pro Monat

Ihr seht: Der Mix entscheidet. Wer überwiegend zuhause lädt und die teure Säule nur auf der Langstrecke nutzt, fährt extrem günstig.

➡️ Wie sich die Ladekosten in die Gesamtkosten einfügen, lest ihr hier: Was kostet ein Elektroauto im Monat? Strom, Wartung & Anschaffung

E-Auto günstig laden: Tipps, die wirklich sparen

  • Macht das Heimladen zur Basis. Wer den Großteil zuhause lädt, hat den größten Sparhebel schon gezogen.
  • Nutzt PV-Strom, wenn ihr eine Anlage habt – tagsüber laden ist dann am günstigsten, bzw. aus einem Pufferspeicher auch über Nacht.
  • Schaut euch günstige Stromtarife an (z. B. Nacht- oder dynamische Tarife), wenn euer Auto über Nacht an der Wallbox hängt.
  • Kombiniert Ladekarten clever. Für Vielfahrer lohnt oft eine Kombination mehrerer Anbieter, je nachdem, wo ihr unterwegs ladet.
  • Ladet beim Einkaufen. Manche Diskonter und Supermärkte bieten richtig günstige Lademöglichkeiten direkt am Parkplatz – Lidl Österreich etwa lädt DC ab 29 Cent/kWh und AC um 19 Cent/kWh, teils günstiger als zuhause. Praktisch, wenn ihr die Standzeit ohnehin habt.

➡️ Extra-Bonus: Für reine E-Autos gibt es zusätzlich jedes Jahr Geld zurück. Wie die THG-Prämie funktioniert, erklären wir hier: THG-Prämie 2026: Jedes Jahr Geld für euer Elektroauto

Laden im Tullnerfeld und Umgebung

Bei uns in der Region spielt das Heimladen seine Stärken besonders aus: Viele Haushalte im Tullnerfeld haben ein eigenes Haus mit Stellplatz und PV-Anlage – ideale Voraussetzungen für eine Wallbox.

Für Pendlerinnen und Pendler nach Wien ist die Kombination meist die günstigste: über Nacht zuhause laden, tagsüber kommt ihr mit modernen E-Autos problemlos ins Büro und zurück. So nutzt ihr den günstigen Heimstrom für den Großteil eurer Kilometer und greift nur dann auf teureres öffentliches Laden zurück, wenn's wirklich nötig ist.

Fazit: Wer zuhause lädt, fährt am günstigsten

Die Antwort auf „Was kostet es, ein E-Auto zu laden?" lautet: Es hängt vom Ladeort ab. Zuhause ladet ihr für rund € 6 pro 100 km und damit nur etwa halb so teuer wie mit Sprit. An der öffentlichen Ladesäule wird's je nach Anbieter und Ladetempo mit € 8 bis € 18 pro 100 km deutlich teurer – am schnellen HPC-Lader an der Autobahn kostet das Laden am meisten. Der Schlüssel zum günstigen E-Auto liegt also im Mix: zuhause als Basis, die Säule nur für die Langstrecke.

Ihr wollt wissen, was das Laden für euer konkretes Fahrprofil und euer Wunschmodell bedeutet? Am besten rechnen wir das gemeinsam durch. In der Tullner Automeile findet ihr 20 Automarken in Tulln – vom sparsamen Hybrid bis zum vollelektrischen Auto.

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